Große Arkana · Karte 2

Die Hohepriesterin

Zwischen zwei Säulen bewacht die Hohepriesterin ein Wissen, das sich nicht erklären, nur erahnen lässt.

Zuletzt aktualisiert: 21.07.2026

Symbolbild zur Tarotkarte Die Hohepriesterin — Whity mit den Großen Arkana
Intuition Weisheit Geheimnisse Inneres Wissen
Bedeutung

Aufrechte Bedeutung

Die Hohepriesterin sitzt zwischen einer schwarzen und einer weißen Säule, einen Schleier mit Granatäpfeln im Rücken, eine halb verborgene Schriftrolle im Schoß – ein Bild des Wissens, das nicht durch Lesen, sondern durch Erspüren zugänglich wird. Aufrecht steht die Karte für die Stimme der Intuition, die oft leiser ist als der Verstand, aber selten irrt, wenn ihr Raum gegeben wird. Sie lädt dazu ein, eine Entscheidung nicht ausschließlich mit Argumenten zu fällen, sondern auch das stille Wissen zu befragen, das sich rational schwer begründen lässt. Häufig taucht diese Karte auf, wenn noch nicht alle Informationen offenliegen und Geduld gefragter ist als schnelles Handeln. Die Hohepriesterin gilt traditionell auch als Hüterin eines inneren, fast heiligen Bereichs – etwas, das bewusst geschützt und nicht vorschnell nach außen getragen werden will.

Umgekehrte Bedeutung

Umgekehrt verschließt sich, was aufrecht zugänglich war: Die Hohepriesterin zieht sich zurück, verschweigt etwas oder wird selbst von jemandem angeschwiegen. Das kann bedeuten, dass wichtige Informationen bewusst zurückgehalten werden, oder dass die eigene Intuition gerade überhört wird – vom Lärm des Alltags übertönt oder aus Bequemlichkeit ignoriert. Manchmal zeigt die Karte auch oberflächliches Verhalten, das die eigentliche Tiefe eines Themas meidet, aus Angst vor dem, was dort zu finden wäre. Die umgekehrte Hohepriesterin rät dazu, wieder mehr Stille zuzulassen, statt jede Frage sofort beantworten zu wollen, und ehrlich zu prüfen, was gerade absichtlich verborgen gehalten wird.

Die Hohepriesterin im Leben

In der Liebe

In der Liebe steht die Hohepriesterin für ein Gefühl, das sich noch nicht in Worte fassen lässt – eine Anziehung, die auf einer Ebene jenseits offensichtlicher Kompatibilität wirkt. Sie rät, dem eigenen Bauchgefühl gegenüber einer Person mehr Gewicht zu geben als der Liste vernünftiger Argumente dafür oder dagegen. In einer bestehenden Beziehung kann die Karte auf Unausgesprochenes hindeuten, das beide Seiten spüren, aber noch nicht angesprochen haben. Umgekehrt warnt sie eher vor Geheimnissen oder emotionaler Distanz, die eine Verbindung langsam aushöhlen, wenn sie unbenannt bleiben.

Im Beruf

Beruflich empfiehlt die Hohepriesterin, auf das eigene Gespür zu vertrauen, wenn Zahlen und Fakten allein keine klare Richtung vorgeben – etwa bei der Wahl zwischen zwei ähnlich guten Optionen. Sie steht auch für Wissen, das noch nicht öffentlich geteilt werden sollte: eine Idee, die erst reifen muss, bevor sie präsentiert wird, oder eine Information, die vertraulich bleiben will. In manchen Deutungen zeigt die Karte eine beratende, unterstützende Rolle im Hintergrund statt eine, die im Rampenlicht steht – Einfluss, der leise wirkt.

Symbolik

Die schwarze Säule „Boas" und die weiße Säule „Jachin" markieren den Eingang zu einem Tempel, zwischen Dunkel und Licht, Verborgenem und Offenbartem. Der Schleier hinter ihr, bestickt mit Granatäpfeln und Palmen, trennt sichtbares Wissen von dem, was nur intuitiv erfasst werden kann. Die Mondsichel zu ihren Füßen und die Mondkrone auf ihrem Kopf verbinden sie mit dem Unbewussten und weiblichen Zyklen. Die halb verhüllte Schriftrolle in ihrer Hand zeigt, dass sich ein Teil des Wissens erst durch eigene Erfahrung erschließt.

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Häufige Fragen
Was bedeutet die Tarotkarte Die Hohepriesterin? +

Zwischen zwei Säulen bewacht die Hohepriesterin ein Wissen, das sich nicht erklären, nur erahnen lässt. Die aufrechte Bedeutung: Intuition, heiliges Wissen, göttliche Weiblichkeit, das Unbewusste.

Was bedeutet Die Hohepriesterin umgekehrt? +

Die umgekehrte Bedeutung von Die Hohepriesterin: Geheimnisse, Rückzug, Schweigen. Das ist oft eine Einladung, genauer hinzusehen, statt die Karte als schlechtes Omen zu lesen.

Welche Karten sind mit Die Hohepriesterin verwandt? +

Die Hohepriesterin steht thematisch nahe bei Der Mond, Der Eremit, Der Magier.

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